Ausgangslage und
Zielsetzung Die Ergebnisse von PISA zeigen, dass etwa
ein Viertel der 15-Jährigen nicht in der Lage ist, zuverlässig und vollständig
Informationen aus Texten zu entnehmen und schriftlich niederzulegen. Aufgrund
dieser Defizite in der sprachlichen Kompetenz haben sie schlechtere Chancen
für eine nachfolgende Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe. Diese
Kinder finden sich hauptsächlich in der Hauptschule. Am Ende der Grundschulzeit haben Kinder jedoch
– unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit – ein hohes Interesse an naturwissenschaftlichen
Fragestellungen. Es erscheint daher aussichtsreich, durch
ein direkt auf die Interessen der Kinder bezogenes naturwissenschaftliches
Angebot im 5. und 6. Schuljahr eine Förderung bei leistungsschwächeren
Kindern zu erreichen, die nicht nur in den Naturwissenschaften erfolgt,
sondern auch die Leistungen in Deutsch und Mathematik verbessern soll.
An verschiedenen Schulen soll jeweils eine
Naturwissenschafts-Arbeitsgemeinschaft (NaWi-AG)
realisiert werden, die aktuelle Erkenntnisse der Lehr-/Lernforschung aufgreift,
um größtmögliche Lernerfolge auch in heterogenen
Lerngruppen zu erzielen. Da kaum auf vorhandene Materialien zurückgegriffen
werden kann, ist eine aufwändige Entwicklung und Erprobung von Unterrichtsmaterialen
und -Verfahren erforderlich. Die NaWi-AG
findet zweistündig jede Woche am Nachmittag statt. Zusätzlich ist am Ende
eines Schuljahres ein einwöchiges Forschercamp geplant, in dem
neben der Verbesserung der Kenntnisse in Naturwissenschaften, Mathematik
und Deutsch auch unterschiedliche Freizeitaktivitäten auf dem Programm
stehen. Erste Erfahrungen an der Gemeinschaftsschule im BZM
Kiel-Mettenhof, in der die AG seit Herbst 2007 stattfindet, zeigen
eine sehr hohe Motivation der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.
Auch positive Rückwirkungen auf den regulären Unterricht können bereits
beobachtet werden. Eine umfassende Evaluation der Wirkungen des Projekts
ist vorgesehen.
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